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Alexander der Große: Gruevskis Denkmal


Am Mazedonien-Platz in Skopje steht nicht nur das weltweit größte Gruevski-Monument von Alexander dem Großen, sondern auch die teuerste Statue der Stadt.

Krieger auf Pferd

Der „Krieger auf einem Pferd“, Skopjes teuerste Statue. Foto: Alina Neumann

Hoch zu Ross sitzt der Krieger, das Schwert gen Himmel gerichtet. Seine Soldaten hat er um sich geschart, winzig wirken sie im Schatten ihres 22 Meter hohen Königs. Als Monument namens „Krieger auf dem Pferd“ ziert Alexander der Große seit seiner Errichtung durch Nikola Gruevski 2014 den zentralen Platz von Mazedoniens Hauptstadt Skopje.

Eroberer-Denkmal von Gruevski

Von 336 v. Chr. bis 323 v. Chr. herrschte Alexander der Große über das antike Königreich Makedonien. Es umfasste anfangs große Teile Nordgriechenlands, die heutige Republik Mazedonien und kleinere Teile von Albanien und Bulgarien. Durch die geschickte Kriegstaktik von Alexander dem Großen dehnte sich das Reich während seiner Herrschaft bis nach Indien aus und ging als eines der größten Weltreiche aller Zeiten in die Geschichte ein.

Für die nationalkonservative Regierung unter Gruevski, die in Mazedonien bis 2017 an der Macht war, war das Grund genug, dem Eroberer – und Kritikern zufolge auch sich selbst – ein Denkmal zu setzen. Dies geschah im Zuge des umstrittenen Projektes „Skopje 2014“, das das Stadtbild der mazedonischen Hauptstadt grundlegend veränderte und dutzende Monumente, Gebäude und Brücken entstehen ließ. Mit geschätzten Kosten von mehr als sieben Millionen Euro ist das am Mazedonien-Platz gebaute Reitermonument das teuerste in Skopje errichtete Denkmal.

Mazedonien-Platz Skopje

Die Regierung unter Nikola Gruveski ließ die Statue im Zuge von Skopje 2014 errichten. Foto: Alina Neumann

Lösung im Mazedonien-Griechenland-Konflikt in Sicht

Von offizieller Seite wird nirgendwo erwähnt, dass es sich beim Krieger auf dem Pferd um Alexander den Großen handeln soll. Die Darstellung des Reiters lässt jedoch kaum Zweifel aufkommen. Das hat den seit 27 Jahren andauernden Namensstreit mit Griechenland weiter verschärft. Beide Länder beanspruchen das kulturelle Erbe des antiken Makedoniens und Alexander den Großen für sich. Aus Angst, Mazedonien könnte Gebietsansprüche auf Griechenlands Territorium stellen, hat Griechenland bisher auch die EU- und NATO-Beitrittsbestrebungen Mazedoniens blockiert.

Seit dem Regierungswechsel 2017 – die Regierung Gruevski war durch ihre autoritären Züge zunehmends in die Kritik geraten – hat sich die Lage in Mazedonien gewendet. Unter dem neuen Premierminister Zoran Zaev wurde die Bezeichnung “Alexander der Große” bereits aus dem Flughafennamen und dem Namen einer mazedonischen Autobahn gestrichen. Damit will Zaev ein Ende des Konflikts mit Griechenland und Fortschritte bei den EU-Beitrittsverhandlungen bewirken. Der Rückbau von Skopjes Monumentalbauten ist ebenfalls im Gespräch. Ob das auch die Alexanderstatue am Mazedonien-Platz betrifft, ist derzeit aber noch unklar.

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