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Pristinas Café für Hipster


„Ich wollte schon immer ein Buch schreiben. Ich denke, hier könnte man das ganz gut“, erzählt eine Studentin aus Pristina, die regelmäßig im Dit' e Nat' – Kosovos erstem Buch-Café – zu Gast ist.

Während die Kellner hinter der Bar gerade Eiskaffee, hausgemachte Limonade und Sandwiches zubereiten, stolziert die eigentliche Chefin auf der Theke herum und unterhält die Gäste. „Manchmal beneide ich Lule, sie kommt und geht, wann sie will und bekommt dabei noch die meiste Aufmerksamkeit der Leute“, erzählt Besitzer Genc Salihu und zeigt dabei auf die Katze, die vom Team des Dit‘ e Nat‘ liebevoll „Lule“ genannt wird. Das bedeutet übrigens Tag und Nacht, was man hier wörtlich nehmen darf, denn von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends wird das Lokal als Café und später bis Mitternacht als Bar mit Live-Konzerten betrieben.

Der Besitzer – ein Jazz-Liebhaber und leidenschaftlicher Sänger – eröffnete das Lokal 2009 in Pristina mit der Intention, die Gemütlichkeit und Ruhe eines Cafés mit der zum Schmökern einladenden Atmosphäre einer Bücherei zu verbinden. Mehr als 1000 Bücher verschiedener Autoren und Genres halten die beleuchteten Bücherregale an der Wand des Cafés bereit. Ein junger Mann mit schwarzem Hut und Outfit raucht seine Zigarre, während er Notizen in sein Handbuch kritzelt. Das Dit‘ e Nat‘ zieht kreative Köpfe, Künstler und solche, die es werden wollen an. Genauso alternativ wie das Klientel ist auch die sanfte Indie-Playlist: zu „Mr.Brightside“ von den Killers lässt es sich nicht nur gut plaudern, sondern auch arbeiten.

Topfpflanzen an der Wand, ein Balkengerüst aus Holz, das viel Licht in den Garten bringt, und eine Wandtreppe, die zum Verweilen einlädt, lassen südländisches Flair im Hipstercafé in Kosovos Hauptstadt aufkommen. Das Gefühl auf Urlaub zu sein und trotzdem im eigenen Garten zu sitzen, macht das Dit‘ e Nat‘ zu einem Ruheort in der Nähe des Hauptplatzes von Pristina. Mit einer Tasse Kaffee die gemütliche Atmosphäre genießen oder beim Lesen die Zeit vergessen, möchte man weder als einheimischer Kosovare, noch als Tourist missen.

 


Hauskatze "Lule" wacht über das Café.

Bild 1 von 9

Foto: Katrin Blaß


 

Autoren: Angelika Groß, Nikolaus Pichler

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